Masterplan und Machbarkeitsstudie

I m bald gegründeten Arbeitskreis "Schaugewächshäuser FLORA" mit Vertretern des Amts für Landschaftspflege und Grünflächen, der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln und des Freundeskreis Botanischer Garten wird ein tragfähiges Neubaukonzept entwickelt, das Tradition und Denkmalschutz mit moderner, pflanzengerechter Präsentation, wirtschaftlicher Bauweise bei behutsamer Erweiterung und einem nachhaltigen Nutzungs- und Wirtschaftlichkeitskonzept verbindet. Das Konzept knüpft an den 1985 vom Rat verabschiedeten Entwicklungsplan für den Botanischen Garten an. Die bislang nicht verwirklichten Bauabschnitte beinhalten den Bau einer Kette neuer Schaugewächshäuser zur Verbindung der zentralen Schauhausgruppe mit dem Subtropenhaus.








 Parallel wird durch den "Freundeskreis Botanischer Garten" das Büro Königs Architekten beauftragt, eine Machbarkeitsstudie mit Kostenschätzung zu erstellen und als Modell darzustellen. Die richtungsweisende Planung ermöglicht, bei Erhalt der traditionellen U-Form und des denkmalgeschützten Tropischen Hofes, einen Spaziergang durch die Vegetationszonen dieser Erde.
Das Konzept erntet nach engagiert geführter Diskussion heftigen Applaus in Politik und Verwaltung.
Der Rat der Stadt Köln entscheidet sich am 22. Juni 2006 nahezu einstimmig für den Neubau der Schaugewächshäuser, sofern der Freundeskreis Botanischer Garten 3 Mio. Euro an Spendenmitteln einwirbt. Der Neubau der Schaugewächshäuser soll 2008/09 erfolgen, so dass sie flankierend zur REGIONALE 2010 eröffnet werden können.

Mit 750.000 Besuchern pro Jahr ist die FLORA, der Botanische Garten Köln, eine überaus attraktive Institution. Der Garten gehört zu den "Top Ten" vergleichbarer bundesdeutscher Anlagen.




Neben seiner historischen Schönheit als Gartendenkmal mit großem Erholungswert ist der Botanische Garten besonders der Bildung verpflichtet. Damit ist es Aufgabe des Gartens, die immense Bedeutung der Pflanzen als "biologische Ressourcen", die unserer Ernährung, der Medizin und vielen technischen Anwendungen zugrunde liegen, in ihren Bildungs- und Forschungszusammenhängen lebendig zu vermitteln. Die thematischen Pflanzenschauhäuser mit ihren wertvollen Großpflanzen und den Sammlungen botanischer Seltenheiten machen die FLORA zu einem maßgeblichen Teil des Netzwerks Botanischer Gärten, das zum Erhalt und zur Erforschung dieser Ressourcen beiträgt. Die heute in den Schauhäusern vorhandenen Pflanzen sind wesentlicher Bestandteil des neuen Konzepts. Sie werden während der Bauphase besonders geschützt und in die neuen Landschaften integriert.




Drei Hauptthemen


 Basierend auf einem Vergleich existierender Konzepte in Mitteleuropa und unter Zugrundelegung der an anderen Orten bestehenden Spezialsammlungen wurden die Themen für die neuen Schauhäuser in Köln ausgewählt. Sie umfassen "Tropische Nutzpflanzen", den "Wert der Vielfalt" und "Die Wüste lebt".
Die drei Hauptthemen werden an ausgewählten lebenden Beispielen besonders attraktiver Pflanzen mit modernster Didaktik aufbereitet. Die tägliche Nutzung tropischer Pflanzen, des "Grünen Goldes", wird das erste Thema bilden. Weltwirtschaftspflanzen wie Reis, Kokospalme und Kakao, die Bedeutung lokaler Sorten wie auch die lange Geschichte des Wettstreites um biologische Ressourcen wie z.B. bei Vanille oder Kaffee werden anschaulich dargestellt.

Der Nutzung tropischer Pflanzen liegt die noch lange nicht vollständig erfasste "Biodiversität" zugrunde, d.h. die Vielfalt der Arten, Gene und Biotope. Sie ist weltweit durch die Zerstörung der Lebensräume, durch Artenschwund und Übernutzung bedroht. Der für unser Überleben bedeutende "Wert der Vielfalt" wird über die Darstellung der ökologischen Zusammenhänge im Regenwald, in den Mangroven und in den tropischen Baumkronen erläutert. 
Um sich an Extremstandorte anzupassen, haben Pflanzen für ihr Überleben eine Vielzahl von Strategien und Inhaltsstoffen ausgebildet, die auch dem Menschen von Nutzen sind. Pflanzen verhelfen den Wüsten der Erde und ihren Bewohnern zum Leben, z.B. Aloen als Wasser- und Schattenspender, Brotpalmfarne als Nahrungsreserven oder die südafrikanische Teufelskralle als Heilmittel, wie der dritte Erlebnisbereich "Die Wüste lebt" zeigt.

 


Durch die Orangerie zum Subtropenhaus

 Das bestehende Subtropenhaus mit seiner einzigartigen Kameliensammlung und großen, seltenen Baumfarnen soll über eine gläserne "Orangerie" mit dem neuen Schauhauskomplex zu einer Einheit verbunden werden. In dem breiten, verglasten Korridor können im Winter die zurzeit für Besucher unzugänglich überwinterten subtropischen und mediterranen Kübelpflanzen attraktiv präsentiert werden. Hier wird auf rd. 500 m2 endlich auch mehr Raum für die attraktiven, viel besuchten Ausstellungen des Botanischen Gartens sein.

Raum für Bildung und Events 

In das architektonische Gesamtkonzept sind neben Seminarräumen, Café und Shop neue Bereiche wie multifunktionale Veranstaltungsflächen integriert, die sowohl der "Grünen Schule FLORA" als Lernort, als auch für Feiern und Empfänge zur Verfügung stehen. Die Besucherführung in die Kronenbereiche der tropischen Vegetation über einen Hochsteg wird demnach nicht nur die jetzt schon jährlich 7.000 Schüler/innen der "Grünen Schule Flora" begeistern. Unterstützung erfährt der neue Schauhauskomplex als Ort für Lehrveranstaltungen auch durch die mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln. Sie strebt im Rahmen der Lehrerausbildung wieder eine enge Zusammenarbeit mit dem Botanischen Garten an.

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